Sie hätte so viele Gründe gehabt, Schwäche zu zeigen und zu resignieren. Aber sie schien gestärkt aus diesen Leiden zu kommen.
Ihre Kräfte waren unerschöpflich.
Ihre Willenskraft, ihre Intelligenz und ihre physischen Kräfte schienen mit ihrem Leiden zu wachsen.
Bis wenige Monate vor ihrem Tod war sie ununterbrochen tätig. Dabei von seltener Heiterkeit und positiver Einstellung - ein Beispiel von Arbeitsbesessenheit und Vitalität. ... Sie hätte wirklich Gründe zu klagen und zu weinen gehabt. Statt dessen zeigte sie eine tiefe Liebe zur Arbeit und zum Leben.




1907 am 06. Juli geboren als Tochter einer Mexikanerin und eines Deutschen in einem Vorort von Mexico City.

1913 erkrankte Frida Kahlo an Kinderlähmung.

1925 wird die Gymnasiastin beim Zusammenstoß eines Omnibusses und einer Straßenbahn in Mexiko-Stadt schwer verletzt. Ein Eisenteil bohrt sich in Ihr Becken und in den Rücken . Monatelang muss sie im Bett liegen. Verzweifelt sucht sie nach einer Beschäftigung und kommt auf die Idee, es mit Malen zu probieren. Die Mutter läßt ihr eine Staffelei für das Bett anfertigen, damit sie es auf dem Rücken liegend versuchen kann. Auch als sie endlich aufstehen und mit Hilfe eines Spezialkorsetts wieder laufen darf, bleibt sie bei der Malerei.
 


 

1928 bittet Sie den berühmten mexikanischen Maler Diego Rivera, ihr Talent zu beurteilen. Er ist begeistert.
 

1929 heiraten die beiden: Eine zierliche junge Frau und ein doppelt so alter Mann mit barocker Leibesfülle, ein Exzentriker, der es liebt, andere durch haarsträubende Geschichten und unvorhersehbare Verhaltensweisen zu schockieren. Über seine Seitensprünge berichtet die Regenbogenpresse, aber er droht damit, jeden Liebhaber seiner Frau zu erschießen. Das hält sie nicht davon ab, die gleiche sexuelle Freiheit wie er zu beanspruchen und beispielsweise dem von Stalin verstoßenen Revolutionär Trotzkij den Kopf zu verdrehen, als er 1937 bis 1939 bei ihr und ihrem Mann Unterschlupf findet. (Er wird 1940 in Mexiko-Stadt ermordet.)

1938 , im November zeigt eine New Yorker Galerie erstmals Bilder von Frida Kahlo, im Jahr darauf reist sie zu einer Ausstellung in Paris, und 1940 beteiligt sie sich an der Internationalen Surrealistenausstellung in ihrer Heimatstadt.

1939 ließen sich Frida Kahlo und Diego Rivera scheiden, ihre Ehe blieb kinderlos. Frida war zwar 2 mal schwanger , hatte jedoch eine Fehlgeburt.

1940 malte die Künstlerin ein weiteres Selbstportrait, in dem durch die beunruhigende Farbe ihr Kummer über die Trennung von Diego zum Ausdruck gebracht wird: Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar zeigt die Malerin, wie sie auf einem leuchtend gelben mexikanischen Stuhl sitzt inmitten eines Flecks rotbrauner Erde, die mit Strähnen ihres abgeschorenen schwarzen Haares bedeckt ist. Einen Monat nach ihrer Scheidung wiederholte Frida, was sie schon 1934 als Antwort auf Riveras Affäre mit ihrer Schwester getan hatte: sie schnitt sich die Haare ab. Am 6. Februar 1939 schrieb sie an Nickolas Muray: "Ich muss Dir etwas Schlimmes mitteilen. Ich habe mir das Haar abgeschnitten und sehe wie eine Elfe aus. Na, es wird hoffentlich wieder wachsen!"

1940 , ein Jahr später, heiraten sie in San Francisco zum zweiten Mal.

1942 beginnt Frida Kahlo, ihr Tagebuch zu schreiben.

1943 unterrichtet sie an der Kunstschule. Als sich die Schmerzen im Rücken und im rechten Bein verschlimmern, erhält Frida Kahlo 1944 nach einer Wirbelsäulen-Operation ein neues Stahlkorsett. Zwei Jahre später meißelt ein New Yorker Spezialist aus ihrem Becken ein Stück Knochen heraus und verschraubt damit die gebrochenen Lendenwirbel. Sechs weitere Wirbelsäulen-Operationen und einige längere Krankenhausaufenthalte folgen.

1946 erhält sie den Nationalpreis für Malerei für ihr Bild Moses vom Kultusministerium. Im gleichen Jahr Operation in New York an der Wirbelsäule.

1948 Wiedereintritt in die Kommunistische Partei Mexicos.

1950 wird sie siebenmal an ihrer Wirbelsäule operiert und verbringt 9 Monate im Krankenhaus. Obwohl sich Frida Kahlo mehreren schweren Operationen unterziehen muss und die Schmerzen zeitweise ohne eine Flasche Brandy am Tag nicht aushält, hört sie nicht auf zu malen, ihre Schüler zu unterrichten und sich auch politisch zu engagieren, denn mit ihrem ganzen Tun will sie einen Beitrag leisten in dem Kampf, den die Menschen um Frieden und Freiheit führen.

Ab 1951 - also von ihrem 44. Lebensjahr an - ist Frida Kahlo nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auf einen Rollstuhl angewiesen und kommt nicht mehr ohne Schmerzmittel aus. Trotzdem setzt sie ihre Arbeit fort und beweist, daß ihre unendliche Vielfältigkeit weder durch Leiden verdorrt noch durch Krankheit verkümmert ist.

1952 engagiert sie sich bei der Friedensbewegung in Mexico. Als am 13. April 1953 in Mexiko-Stadt ihre erste Einzelausstellung eröffnet wird, läßt sie sich in einem Krankenwagen hinbringen und auf einer Bahre ins Gebäude tragen. Einige Monate später wird ihr rechtes Bein bis zum Knie amputiert. "…für mich war dies eine Jahrhundert-Folter, und manchmal verlor ich fast den Verstand. Ich habe immer noch Lust, mich umzubringen. Aber Diego hält mich zurück, weil ich so eitel bin, zu glauben, daß ich ihm fehlen könnte. Er hat es mir gesagt und ich glaube es. Aber ich habe noch nie in meinem Leben so gelitten. Ich werde noch eine Weile warten…"

Im April wird sie nach einem Selbstmordversuch im Krankenhaus behandelt.

1954 erkrankt sie an einer Lungenentzündung. Ihr politisches Engagement lässt sie auch jetzt nicht abflauen: Obwohl sie von der Lungenentzündung noch kaum genesen ist, beteiligt sie sich am 2. Juli 1954 im Rollstuhl an einer Demonstration gegen den von der CIA unterstützten Sturz des sozialistischen Präsidenten von Guatemala. Am 13. Juli 1954, sechs Tage nach ihrem 47.Geburtstag, stirbt Frida Kahlo in ihrem Haus in Mexico.

1958 wird das Museum Frida Kahlos - Casa Azul ( das blaue Haus ) - in Mexico eröffnet und nach dem Willen des 1957 verstorbenen Diego Rivera dem Mexikanischen Volk übergeben.
 
 





Im Grunde gab es nur zwei Körperteile, die Frida Kahlo nie im Stich ließen – ihr Kopf und ihre Hände. Der lebendigen, lebenslustigen, witzigen Frau stand zeitlebens ihr Körper im Wege, gegen dessen Verfall sie sich mit aller Kraft und nicht zuletzt mit ihren Gemälden zur Wehr setzte.
 
 




Ich male mich selbst, da ich oft alleine bin und das, was ich bin am Besten kenne .....