Che Guevara
"Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich bereit sein, mein Leben für die Befreiung eines Lateinamerikanischen Landes zu geben, ohne dafür von jemandem etwas zu verlangen, ohne etwas zu fordern, ohne jemanden auszubeuten."
 
 

1928
Ernesto Guevara wurde als erstes von fünf Kindern des Ehepaares Celia de la Serna und Ernesto Guevara Lynch am 14.6.1928 in Rosario/Argentinien geboren.

1930
Die einzige Einkommensquelle der Familie waren die Erträge aus dem Mate-Anbau des Vaters, der nur im feuchtkalten Gebiet um Rosario möglich war. Doch nachdem der kleine Ernesto am 2. Mai des Jahres 1930 einen Anfall der Atemwege bekam und Asthma diagnostiziert wurde, beschloss die Familie nach Alta Garcia in die trockenere Provinz Córdoba zu ziehen.

1941
Eintritt in das Collegio Nacional in Córdoba.

1947
Beginn des Studiums der Medizin in Buenos Aires.

1949
Erste Reise mit dem Fahrrad in die argentinischen Provinzen.

1952
Januar-Oktober: weitere Reise mit Alberto Granados über Chile, Peru, Amazonien, Kolumbien, Venezuela und USA (Miami)

1953
Januar: endgültige Trennung von seiner Freundin Chichina Ferreyra
März: Promotion zum Dr. med.
Juli: Reise nach Bolivien, Peru, Ecuador, Costa Rica, Guatemala und Mexico
November/Dezember: erster Kontakt mit cubanischen Revolutionären in
San José/Puerto Rico

Auf seinen vielen Reisen sah er alle Facetten Lateinamerikas - unendlich viel Leid, Indios, die seit Jahrhunderten unterdrückt wurden, Menschen, die ihre ganze Arbeitskraft an die "United Fruit Company" verkauften, einen Konzern der gleichbedeutend war für den US-Amerikanischen Imperialismus und Ausbeutung, ganze Völker, die vom Koloss im Norden förmlich erdrückt wurden.

Nach seiner Promotion zum Dr. med. verläßt Guevara Argentinien, um an einer bolivianischen Lepra-Station zu arbeiten. Er entgeht damit dem Militärdienst unter dem ihm verhaßten Staatspräsidenten Juan Domingo Peron (1895-1974).

1954
Januar: Ankunft in Guatemala, Bekanntschaft mit Hilda Gadea Acosta
August: Heirat mit Hilda Gadea Acosta in Mexico City

Guevara versucht vergeblich den Widerstand gegen den neuen guatemaltekischen Präsidenten zu organisieren. Danach trifft er in Mexiko auf Fidel Castro und dessen Anhänger, die medizinische Hilfe benötigen. Guevara schließt sich der Gruppe an und erhält den Beinamen "Ché".





1955
Februar: Geburt der Tochter Hildita

1956
Juni: Einlieferung in ein mexikanisches Gefängnis
November: Als einer von 80 Revolutionären schifft Guevara sich auf der "Gramma" von Mexiko aus ein, um Kuba "zu erobern".
Dezember: Landung der Expeditionsteilnehmer im Südosten Cubas; erhebliche Verluste durch Überraschungsangriff der Batista-Truppen

1957/1958
Die wenigen Überlebenden der Aktion organisieren einen jahrelangen Guerillakrieg in der Sierra Maestra/Kuba.
Che wird Commandante.

1959
Januar: siegreicher Einzug in Havanna;
Februar: Seine Verdienste bei dem Sturz des kubanischen Diktators Fulgencio Batista y Zaldívar (1901-1973) werden ihm mit der Erklärung zum "von Geburt Kubanischer Staatsbürger" gedankt.
Juni: Che heiratet Aleida March de la Fore.
Oktober: Ernennung Ches zum Chef der Industrieabteilung des Nationalinstituts für Agrarreform (INRA)
Im November wird er als bestimmender Wirtschaftsberater und eigentlicher Ideologe der neuen Regierung zum Leiter der Nationalbank von Kuba ernannt.

1959-1961
Guevara besucht mehrmals Ost-Berlin und Moskau.

1960
Juli: Che unterzeichnet Handelsvertrag mit China

1961
Industrieminister in der kubanischen Regierung. In dieser Funktion löst Guevara die Wirtschaft Kubas aus der Verflechtung mit westlichen Ländern und sucht verstärkt die Einbindung in den Ostblock. Außerdem steht Guevara für die Nationalisierung, Beschlagnahmung und Enteignung des gesamten nordamerikanischen Eigentums auf der Insel. In dieser Zeit wird ein großes ländliches Siedlungs- und Bildungsprogramm durch die Enteignung des Großgrundbesitzes begonnen.

April: Invasionsversuch der USA in der Schweinebucht
August: Ches Rede auf der Konferenz des Interamerikanischen Wirtschaftsrats
August: Zusammentreffen mit Brasiliens Präsident Jânio de SilvaQuadros;
Ordensverleihung an Che
November: Besuch einer cubanischen Industrieausstellung in der DDR

1962
Guevara verhandelt mit der UdSSR über sowjetische Waffenlieferungen und Hilfsleistungen. Die Stationierung von sowjetischen Raketenabschußrampen führt im Herbst des Jahres zur Kuba-Krise. In der Folgezeit kritisiert Guevara die mangelnde Produktivität und Ordnungsliebe der Kubaner und die erfolglosen Versuche der sowjetischen Berater bei der Organisation der Verwaltung des Landes.

Mai: Ches Ansprache bei der Gedenkfeier zum argentinischen Nationalfeiertag.
Che an der Spitze einer Wirtschaftsdelegation in der UdSSR

1963
Juni: Teilnahme an einem Wirtschaftsseminar in Algerien
Juli: Che in Prag

1964
Mit dem Drängen der UdSSR, in Kuba wieder die Zucker-Monokultur einzuführen, wird Guevaras Industrieplan um Jahre veschoben.
November: Che besucht mit Delegation die Feier des 47. Jahrestages der Oktober-Revolution in Moskau
November: Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York

1964/65
Reise durch afrikanische und asiatische Staaten, darunter auch die Volksrepublik China.
Versuch, eine Basis gegen den US-Amerikanischen Imperialismus und Neo-Kolonialismus
zu schaffen.

1965
März: Rückkehr nach Havanna. Rücktritt von allen Ämtern.
Verschwinden für mehrere Monate
Mai: Tod der Mutter
Juli: geheime Reise zu revolutionärem Kampf in den Kongo
Oktober: Fidel Castro verliest einen angeblichen Abschiedsbrief Guevaras, in dem dieser auf all seine Ämter und die kubanische Staatsangehörigkeit verzichtet, um sich wieder dem "Kampf gegen den Imperialismus" zu widmen.
1966
März: Rückkehr aus Afrika
November: Zusammen mit anderen Guerillakämpfern läßt sich Guevara nach Bolivien einschleusen. Im bolivianischen Dschungel beginnt er mit dem Aufbau eines Guerillalagers.
1967
Eine kubanische Zeitschrift veröffentlicht eine angebliche Botschaft Guevaras an die Kubaner, in Lateinamerika "mehrere Vietnams" zu schaffen. Mit der Bildung vieler ähnlicher Krisenherde wie in Vietnam hofft Guevara die USA zu schwächen.
Der bolivianische Präsident bezeichnet Guevara als Urheber der dortigen Guerillatätigkeit und setzt eine Prämie auf Guevaras Kopf aus.
Guevara wird am 8. Oktober bei einem Gefecht mit der bolivianischen Armee bei Higueras verwundet und gefangen genommen.
Um die Mittagszeit des 9. Oktober 1967 wurde dann Ernesto Guevara de la Serna, genannt Che, auf US-amerikanischen Befehl von einem jungen bolivianischen Ranger namens Mario Téran, erschossen.
Da die Leiche nach bolivianischen Angaben eingeäschert und an einem unbekannten Ort beigesetzt wird, ohne eindeutig identifiziert worden zu sein, bleiben Zweifel an der Identität des Toten.
1997
Wissenschaftler entdecken im Juli unter einer Startbahn des Flugplatzes in Vallegrande/Bolivien das später als echt identifizierte Skelett von Guevara. Damit erweist sich die frühere Behauptung, er sei eingeäschert worden, als falsch. Der Leichnam wird nach Kuba überführt und im Oktober mit einem Staatsbegräbnis in einem Mausoleum in Santa Clara beigesetzt.
 
 






Che hatte mehr vorzuweisen als nur Führungskraft, Ideale und eine gewonnene Schlacht gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
Er entschied, wenn nötig, für seine Sache bis in den Tod zu gehen, gerade dieses Verhalten, die Selbstlosigkeit, die Entschlossenheit, die Bereitschaft etwas zu geben ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen - genau das machte und macht ihn noch heute zur Leitfigur vieler, besonders der jungen Menschen, die glauben, ihre Bestimmung noch nicht gefunden zu haben.

Ches Leben ist eine Inspiration für jedes menschliche Wesen,
das die Freiheit liebt. Wir werden uns seiner stets ehrend erinnern.

Nelson Mandela am 26. 7. 1991