05. Oktober 2005
Jahrhunderthalle
Frankfurt

DEINEMEIT !!!
Ela und ich hatten schon ganz lange vorher die Karten für das
Konzert und waren ziemlich gespannt, was uns erwartet für die
stolzen 50 Euro. Das Publikum war relativ bunt gemischt,
Vorgruppe gab`s keine - dafür Musik bei der ich mich nicht so
ganz entscheiden konnte, ob sie mir gefällt oder nicht
und Werbung auf den Leinwänden, das ganze eine Stunde lang.
DEINEMEIT !!!
Dann kam JK auf die Bühne und hat uns echt begeistert. Super Stimme, fast
schon so perfekt, dass wir dachten er singt Playback ;-) und er war gar nicht
so wild und wuschig wie erwartet.
Die Klamotten waren extrem(adura) teuer: ein Jäckchen sollte 100 Euro kosten ...
Dafür haben wir uns "die letzten" ;-) Poster ergattert!
DEINEMEIT !!!
Und Manuel Griese ("Ich glaub ich krieg ne Griese!") aus der Lindenstrasse war da. Ganz echt.
(Aber Ela trifft ja öfter mal Promis ... George Clooney auf Hawaii zum
Beispiel ;-)))
 

Das Ding auf dem Kopf - Jamiroquai in Frankfurt

von Thomas Stillbauer
Frankfurter Rundschau online 2005

Zwei interessante Sachen sind dem klugen Kollegen Joachim Hentschel
in diesem Sommer aufgefallen. Erstens gebe es einen sonderbaren
Zeitpunkt: Von da an kriegt ein Künstler im Fachmagazin Rolling Stone
nur noch zwei Sterne ("akzeptabel") für seine jeweils neue Platte. Die
Skala geht bis fünf ("inkommensurabel"). Selbst bei Tengelmann in der
Schlange seien sich zu diesem Zeitpunkt alle einig, dass dieser Künstler
schon immer ziemlich blöd war, obwohl die Tengelmann-Kunden ihn
mal toll fanden. Schrieb's und gab dem neuen Jamiroquai-Album
Dynamite zwei Sterne.

In der Frankfurter Jahrhunderthalle trafen sich nun einige tausend
MiniMal-, Edeka-, Spar-, und bestimmt auch ehemalige Latscha-Kunden
(Latscha gibt es ja bedauerlicherweise nicht mehr) und feierten eine
fette funkige und soulige Party mit Jay Kay, diesem unruhigen Hinkel,
und seiner Combo. Auch Manuel Griese aus der Lindenstraße war im
Publikum. Man sollte aber lieber schreiben: "Manuel Griese" aus der
"Lindenstraße".

Um die Ohren hauen muss man den Künstlern eingangs, dass sie die
Leute mehr als eine Stunde lang mit diesem ewig gleichen
Eins-und-zwei-und-Funky-Zeug vom Band zuballern und dazu unentwegt
Mobiltelefonwerbung auf zwei Videowänden laufen lassen, begleitet
phasenweise von einem verdienten Pfeifkonzert. Dann aber löst sich der
Ärger in einem Fanfaren- und Scheinwerfer-Hurrikan auf, und da kommt
er ja, der Mann mit dem Ding auf dem Kopf. Sagen wir
Indianerhäuptlingsschmuck? Sagen wir Azteken-Zier?
Nennen wir es sternförmig? Oder bekloppt? Kommt und singt Canned
Heat für den Anfang.

Jamiroquai, ein Begriffsmix aus Jam und Irokesen, ist eine Band aus
England. Manche Supermarktkunden beziehen den Namen nur auf
den 35-jährigen Sänger mit dem Hut; die anderen Musiker an den
Trommeln, an Gitarre, Bass, Keyboards und Backgroundmikrofonen
sind in der Tat nicht so wichtig, aber enorm mannschaftsdienlich.
Souverän klopfen sie Hit auf Hit von der Bühne - Space Cowboy,
Cosmic Girl, Black Capricorn Day - und tun sich praktisch nicht mit
einem Solo oder etwas Solo-Artigem hervor. Dazu glühen
Lichtkombinationen in die Halle, gern einmal als Fahrt durch die
Galaxie angelegt, denn Jamiroquai hat immer etwas Spaciges,
Technisches. Früher in ihrer 14-jährigen Geschichte hatte die Band
auch noch etwas Magisches: das Didgeridoo. Man konnte die
Instrumentalnummer von der ersten Platte Emergency On Planet
Earth mit dem Tape-Deck mehrmals hintereinander schneiden, sich
dann auf den Boden und den Kopf gegen das Sofa legen und das
australische Ding aus den Lautsprechern gurgeln und rülpsen lassen.
Aber sowas macht man ja kaum noch.

Insgesamt kein Fehler, der Disco-Abend mit Jamiroquai, aber nach
eineinhalb Stunden ist auch mal gut. Vielleicht war es das, was sich
bei Tengelmann im Lauf der Jahre herumsprach. Und die zweite
Sache, die dem klugen Kollegen Hentschel auffiel: "Kein Mensch sagt
mehr ,Discothek', dabei sind ,Clubs' genau dasselbe." Eben.
 
www.jamiroquai.co.uk

www.funkin.com