Dieter Thomas Kuhn - Hamburg - 21.05.2005
Er ist endlich wieder da !!! Hossa Hossa Hossa !


 

Eine neue Liebe ist endlich wieder wie ein neues Leben und jetzt wird es wieder richtig Sommer! Danke Dieter - wir lieben dich!

Ela und ich hatten ein supergeiles Wochenende in Hamburch und das Highlight war natürlich unseren Dieter seit langer Zeit wiederzusehen. Die Color Line Arena war proppenvoll und auch wenn man früher eher kleinere Konzerte gewohnt war - es war weltklasse! Die ganze Halle hat laut mitgesungen und alle waren gut drauf. Sonnenblumen für`s Volk!
Danach haben wir noch den Rest von der Grand Prix Party auf der Reeperbahn mitbekommen! Jawoll!


www.dieterthomaskuhn.de
www.tom-chicken.com


Presse:

"Michaeeela-aha!"

Hamburg - Dieter Thomas Kuhn füllte in den 90er Jahren als singende blonde Fönwelle die Hallen mit augenzwinkernden Schlager-Interpretationen. Jetzt hat Kuhn, für seine Fans auch "DTK", sogar sein eigenes Revival angestoßen.

Nach fünf Jahren Pause kehrt er, im herrlich geschmacklosen Glitterdress, zurück auf die bundesweiten Bühnen. Zuerst ein Test-Gig in der Markthalle im November, nun vor 12 000 in der Color-Line-Arena ebenfalls geschmacklos (kreischbunt, möglichst retro, möglichst mit Sonnenblumen oder Afro- Perücke) gekleideten Fans aller Altersklassen in der großen, seit vielen Monaten ausverkauften Arena. La-Ola-Wellen, Spot auf die Batiklaken-geschmückte, schlichte Bühne.

"Musik ist Trumpf" ertönt, und die Menge springt auf. "Sag mir quando, sag mir wann": erste Polonaisen in den Rängen. "Tür an Tür mit Alice": Das Publikum übersingt die Band. Bei "Michaela" ist dann endgültig alles in Bewegung, inklusive DTK-Band, die entrückt grinsend im Kreis tanzt wie einst das DFF-Fernsehballett. Ringelpiez mit "Michaeeeela-aha", Wahnsin zu "Griechischer Wein". "Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette": Ein grauenhaftes, geschmackloses Konzert. Klar. Aber so sollte es ja auch sein! tl
 

Die Fönwelle

Das Comeback des Dieter Thomas Kuhn

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben? Nun ja, für die 13000 in der seit Monaten ausverkauften Color Line Arena gilt an diesem Abend eher "Alte Liebe rostet nicht": Dieter Thomas Kuhn ist zurück und alles ist wie früher. Heiß, ausgelassen, leidenschaftlich, freud- und friedvoll.

"Sag' mir quando, sag' mir wann", schmalzt der Barde des 70er-Jahre-Schlagers, "ich dich wiedersehen kann." Vor fünf Jahren hatte sich der Mann mit der blonden Fönwelle und dem goldenen Glitzeranzug samt seiner Band in diesen grauenvollen Polyesterhemden und Schlaghosen von der Bühne verabschiedet. Fans in ganz Deutschland hatten ihre Trauer in griechischem Wein ertränkt und wehmütig des Jungen mit der Mundharmonika gedacht.

Nun sind sie wieder da - und es scheint wie gestern. Ja, selbst die alten Rüschen- und Pailletten-Klamotten passen noch! "Amore mio" schmettert Kuhn - und wie einst fliegen BHs und Schlüpfer auf die Bühne. Dieter muss sich gegen die Kussattacken weiblicher Fans wehren, die ihn auf der Bühne betanzen.

Das Publikum, ein freudiger Anblick: Ein Meer aus Riesensonnenblumen und zuckenden Leibern, textsicher der Zehntausender-Chor, der jede Zeile mitsingt und ausgelassen schunkelt. Gänsehaut breitet sich flächendeckend über den Körper aus, als die Monroe-Hymne "Norma Jean" erklingt. Ekstatischer Jubel beim finalen "Butterfly" im Goldregen. Das Größte aber: Es ist noch nicht aller Schunkelei Abend! Kuhn wird wiederkommen. Alte Liebe rostet eben nicht.
 

Der Schlager ist tot – es lebe der Schlager!

Die singende Föhnwelle mit Brusthaartoupet rief, und über 15.000 Fans folgten ihrem Ruf in die Hamburger Color Line Arena am 21. Mai.
Die letzten HSV-Fans, die die AOL-Arena am Samstag nach verlorenem Spiel traurig verließen, müssen sich gewundert haben angesichts so viel grellem Frohsinn, der ihnen entgegenkam.
Menschen jeder Altersklasse in quietschbunten scheußlich geschnittenen Anzügen, die im wirklichen Leben nur zu Karneval oder für die Altkleidersammlung erlaubt sind.
Menschen mit einer fatalen Neigung zu bunten Perücken, überdimensionalen Sonnenbrillen, Sombreros und Sonnenblumen.

Sie alle wollen zu Dieter.
Zu Dieter, der vor 5 Jahren in der Schlager-Diaspora verschwand und nun wiederkehrte.
Zu Dieter, bei dem man Lieder mitsingt, bei denen man sonst vorgibt den Text nicht zu kennen und auch nicht kennen zu wollen.
Zu Dieter, bei dem man endlich gut finden kann, was man eigentlich nie gut finden darf, wenn man nicht zum vollkommenen Geschmacksidioten degradiert werden will.

Die Rede ist von Dieter Thomas Kuhn, der schon früh erkannt hat, dass der gemeine dumpfe deutsche Schlager in seiner ursprünglichen und somit furchtbarsten Form eigentlich nur gut auf Butterfahrten, in Singleclubs auf Mallorca und in Tanzpavillons morgens um halb drei bei Ulla aus Bottrop funktioniert.
Seine Masche: Publikumswirksame Überdrehung des Ganzen und eine skurrile und aberwitzige Selbstinszenierung bei der Interpretation der biederen Original-Texte.
Damit hatte er schon vor seiner Pause gigantischen Erfolg.

Dieter Thomas Kuhn mit seiner gnadenlosen Kapelle ist eben einfach witziger und besser.
Witziger als Stefan Raab mit seiner Cover-Version von ein Bett im Kornfeld und besser als Guildo Horn mit seinen schweißtreibenden Eigenkreationen.
Damit hatte er es geschafft, diese Art von Musik über alle Alters-und Geschmacksgrenzen hinweg, selbst bis in Intellektuellenkreise hinein salonfähig zu machen.

Das mag daran liegen, dass man bei ihm noch nie ganz genau wusste, ob er es nun ernst meint oder nicht.
Die Liebhaber der Schlager-Originale werden nicht vergrault und alle anderen, so wie ich, können es als gelungene satirische Darbietung auf dieselbigen sehen..

Er hat es sogar geschafft, dass ich, kategorische WDR 4-Verweigerin, mir gänzlich ohne Schuldgefühle schon eine Konzertkarte 1 Jahr im Voraus gekauft habe.
Und ich scheine nicht die Einzige gewesen zu sein – das Konzert war innerhalb von 2 Stunden ausverkauft.

Schon eine halbe Stunde vor der Show bringt sich die ganze Halle inklusive uns mit „ Die-ter, Die-ter Thomas - Kuuhn“ - Gesängen zur Melodie von „Sierra Madre“ in die richtige Grundstimmung.
LaOla-Wellen gehen durch die Color-Line-Arena.
Dann die ersten Takte von „Musik ist Trumpf“, der typischen Erkennungsmelodie -
It´s Showtime!!!

Und während andere Künstler kreative Pausen einlegen, um sich und ihr künstlerisches Dasein neu zu erfinden, ist er bei Altbewährtem geblieben.
Das Brusthaartoupet sitzt und im goldenen Pailletten-Anzug schwingt er kokett seinen Popo.
Die Liedreihenfolge und Choreographie kennt jeder, der das Album „Leidenschaft, Lust & Liebe“ gehört hat und ihn bei seiner Abschiedstournee vor 5 Jahren sah.
Man hat das Gefühl, er sei nie weggewesen. Und genau das ist es auch, was anscheinend alle von ihm erwartet haben.
Die Stimmung in der Halle ist nicht gut, nicht ausgelassen oder heiter – nein, sie ist brodelnd und überschäumend!
Spaß will man und Spaß bekommt man.

Die leicht spöttelnden Ansagen zum nächsten Lied und die stimmlichen Imitationen von Howie und Co. sind noch genau so geblieben wie früher – mit leichten Abwandlungen.
So ist das ehemalige Combomitglied „Bata“ nicht mehr dabei, dafür aber sein unehelicher Sohn, der – wie könnte es auch anders sein – Illic heißt und dessen Mutter – natürlich – Michaela ist.

Junge Damen, bei Liedern wie „Tanze Samba mit mir“ oder „Du bist so heiß wie ein Vulkan“ um Sinn und Verstand gebracht, werden in Minutenabständen auf die Bühne vorgelassen, dürfen sich ein Küsschen abholen und zeigen sich dafür mit roten Rüschenslips und Sonnenblumen bei ihrem Idol erkenntlich.
Erstaunlich; sehen sie doch irgendwie fast alle so aus, als ob sie sich einen netten, anständigen Freund mit gutem Geschmack leisten könnten...

Die Flugfrequenz von BHs, Plüschtieren und Sonnenblumen ist hoch und wird vom blonden Barden fast immer mit halbtrockenen Kommentaren bedacht („Vielen Dank, ich liebe verblühten Flieder!“)

Aber es ist nicht nur die Figur Dieter Thomas Kuhn alleine, es ist die Gesamtperformance die Spaß macht.
Die Kapelle (bezeichnenderweise Nino, Howard, Karel, Udo, Illic, Adam und Eve, Reverend und Demis) rennt bei manchen Stücken wie vom wilden Affen gebissen um die ganze Bühne, so als ob Jürgen Drews persönlich hinter ihnen her sei.
Kommentiert vom Meister mit: „Konsequent durchgerannt – Ihr seid nicht mehr im Training!“.
Mit Schlaghosen, Koteletten und perfekt abgestimmten, synchronen Bewegungen geben sie dem Ganzen den richtigen Kick und die trashige Note.
Auf sie nicht zu achten, wäre sträflich.

Keinen hält auf den Sitzen bei Liedern wie „Fiesta Mexicana“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „Anita“ und Reinhard Mey wäre mit Sicherheit ergriffen gewesen, hätte er mitanhören können, wie die ausverkaufte Arena seinen Song „Über den Wolken“ in allerbester Sängerknabenmanier einstimmig und mit heller Begeisterung schmetterte.

Das Ende der 2-stündige Orgie wurde traditionell mit „Butterfly“ eingeläutet, vorgetragen in unglaublich hässlichen braun - orangen DDR-Trainingsanzügen und Dieter himself auf plüschblumigem Wippgefährt, mutig die Treppen herunterhopsend, mimisch und gestisch anmutig von der Band untermalt...
Kitsch as Kitsch can be, aber: Es ist schon wieder so bescheuert und trashig, dass es wirklich gut ist.

Mit „Tränen lügen nicht“ beschließt er den Abend und ein letzte Mal tobt der Saal, als er ihm ein „Ich liebe Euch“ entgegenruft.

Da steht er, winkend im Goldflitterregen mit dem roten Damenslip in der Hand und uns fällt nichts weiter ein als ein:

Dankeföhn Dieter!